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AALBESATZFÖRDERUNG DURCH EU UND LAND

Presseartikel in der MT Juni 2011

40 000 "Aal-Babys" für die Hase
- Land Niedersachsen fördert Aalbesatz mit Landes- und EU-Mitteln -


Seit vielen Jahren haben Angler und deren Verbände immer wieder auf ein Problem hingewiesen, das jahrelang nicht bis zu den entsprechenden Stellen vorgedrungen war: die dramatische Abnahme der Aalbestände, den massenweisen Verkauf der Glasaale nach Fernost und den bedrohlichen Rückgang der laichreifen Aale zurück zur Sargassosee vor der Küste Mittelamerikas, der Kinderstube aller Aale. Jetzt hat die EU ein Förderprogramm aufgelegt. Danach werden zunächst 60 Prozent der Gesamtkosten für den Aalbesatz bezuschusst. Die Fischereivereine müssen dabei den Besatz kofinanzieren und ihn dabei um mindestens 30 Prozent erhöhen.

Die Mitgliedsvereine der FUG(Fischerei- und Gewässerschutzvereinigung), in der sich die Vereine Essen, Löningen, Westrum, Herzlake, Haselünne, Lehrte, Lähden und Dohren mit fast 4000 Mitgliedern zusammengeschlossen haben, hatten schon in den vergangenen Jahren ihre jährlichen Besatzmaßnahmen allein für den Aal auf etwa 9000 € verstärkt, um den Bestand zu stützen. Stiegen im Jahr 1985 aus der Nordsee in das Einzugsgebiet der Ems noch über 5 Millionen Jungaale, sog. Glasaale, auf, waren es 2007 lediglich noch eine halbe Million Tiere(Quelle: Aalbewirtschaftungsplan für das Flusseinzugsgebiet der Ems 2008). Rechnet man mit einer natürlichen Verlustquote von etwa 80 bis 90 Prozent, fällt die Zahl der Fische, die das Laichstadium erreichen, auf ein Minimum. Hinzu kommen weitere Verluste, z.B. durch Wasserkraftanlagen. Die Angler entnehmen den Gewässern zwar Aale, der jährliche Besatz wiegt das aber bei weitem auf.In einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage wurden folgende Zahlen genannt: „Anhand von Schätzungen und Modellrechnungen dürfte die Sterblichkeit von Aalen durch Wasserkraftanlagen in der Bundesrepublik Deutschland in der Größenordnung von etwa 400 t jährlich liegen. Zum Vergleich: Die Entnahme durch die Berufsfischerei beträgt jährlich ca. 470 t, durch die Freizeitfischerei ca. 400 t und durch die Entnahme durch Kormorane ca. 340 t.“Jetzt haben die Verantwortlichen der Europäischen Union endlich reagiert. Ab diesem Jahr dürfen keine Aale aus der EU mehr ausgeführt werden. Damit ist gesichert, dass der Nachwuchs unserer Aale in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet aufwachsen kann und nicht als Rohstoff in fernöstlichen Fischfarmen verbraucht wird. Das gesetzliche Mindestmaß wurde heraufgesetzt, in Niedersachsen von 35 cm auf 45 cm. Alle Fischereivereine im Verbandsgebiet Weser-Ems haben sogar diese Grenze mit 50 cm noch überschritten.
Das Land Niedersachsen fördert 2011 den Aalbesatz mit Landesmitteln sowie Mitteln aus dem Europäischer Fischereifonds, um die Abwanderungsrate der laichreifen Aale, sog. Blankaale, in niedersächsischen Gewässern aufrecht zu erhalten und möglichst zu steigern.
Im Jahr 2011 stellt das Land Niedersachsen zur Kofinanzierung bis zu 200.000.- € bereit. Gefördert wird nur der Besatz mit Glas- oder vorstreckten Aalen(Farmaalen), bei denen der Artennachweis „Europäischer Aal“ sowie ein Gesundheitszeugnis hinsichtlich des Aalherpes-Virus vorliegt. Eine Förderung bis zu 60 % der Besatzkosten erfolgt jedoch nur, wenn die Aufwendungen mindestens 30% über den mittleren Kosten liegen, die in den Jahren 2008 und 2009 für Aalbesatz aufgewendet wurden.
Vor kurzer Zeit erfolgte nun die Zusage des Niedersächsisches Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit(LAVES), dass der Antrag des Landesfischereiverbands Weser-Ems genehmigt wurde. So konnten im Verbandsgebiet jetzt Jungaale für insgesamt 128.000 € an die Gewässer geliefert werden. Das entspricht etwa 350.000 Tieren.
Die Fischereivereine der FUG, die die geforderte Quote von mindestens 30 % sogar noch auf 50 % erhöht hatten, konnten so etwa 40.000 Jungaale einsetzen, davon allein der Fischereiverein Löningen etwa 14.000 Tiere im Wert von über 5000 €.
Alle Beteiligten hoffen nun, dass dieses Programm zur Rettung der Aalbestände auch in den nächsten Jahren fortgeführt wird.




 
Fünf Gramm bringen die Miniaale pro Stück auf die Waage



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