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NEUES PACHTGEWÄSSER: MERSCHSEE
 



Bericht in der MT v. 26.7.11

„Merschsee“ ist tabu

Fischereiverein Löningen hat Uferbereiche gepachtet –

Seit 1996 entsteht durch Sandabbau südlich von Löningen in der „Münzebrocks Mersch“ ein Baggersee. Einige Uferbereiche wurden mittlerweile fertig gestellt. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Stadt Löningen, dem Sandabbauunternehmen sowie dem Landkreis Cloppenburg wurde dem Fischereiverein Löningen nun ein vorzeitiges Befischungsrecht eingeräumt, das aber erst ab 2014 ausgeübt werden soll. Der Verein übernimmt dafür die Pflege und Kontrolle über dieses Gebiet. Außerdem sollen in naher Zukunft die Uferbereiche mit einer standortgerechten Bepflanzung versehen werden. Ein Dorn im Auge ist dem Vereinsvorstand dabei der illegale Badebetrieb am See.

Obwohl seit Baubeginn große Verbotsschilder auf ein Betretungs- und Badeverbot hinweisen, wird bei warmem Wetter der See zunehmend von vielen Jugendlichen als Treffpunkt genutzt. Dazu gehören auch nächtliche Partys mit entsprechend lauter Musik, die die Nachtruhe in den angrenzenden Siedlungen stört. Die „ungebetenen Gäste“ hinterlassen dabei erhebliche Mengen Unrat. Schon 2005 hatte die Polizei in einer Pressemeldung vor dem Baden im See gewarnt. Da die Sandabbauarbeiten noch im Gange seien, berge das Baden in dem See erhebliche Gefahren. Diese Warnung hat aber, wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, wenig Erfolg gehabt. Zahllose Jugendliche tummeln sich bei Sommerwetter am und im See und nehmen dabei auf die Umwelt wenig Rücksicht.

Seit dem 1. Januar 2011 hat der Fischereiverein Löningen nun die fertig gestellten nördlichen und östlichen Uferbereiche gepachtet. Bis 2014 hat sich der Verein aber ein Befischungsverbot auferlegt. In Zusammenarbeit mit dem Hegering Löningen sowie der Dorfgemeinschaft Angelbeck soll im Herbst die Wasserlinie mit Schilf und anderem Bewuchs bepflanzt werden.
Um das illegale Baden, Zelten und Feiern auf dem Gelände einzudämmen, hat sich die Vereinsführung nun mit den Anliegern der besonders betroffenen Hüe-Siedlung sowie dem Pächter der angrenzenden Grünflächen zusammengetan. An warmen Tagen ist der Andrang am See so groß, dass weit über 30 PKW die Straße zuparken, sodass teilweise sogar die Zufahrten zu den Grundstücken blockiert werden. Geklagt wird auch hier über Flaschen, Getränkepackungen und anderen Müll, die – soweit nicht schon am See hinterlassen - häufig hier entsorgt werden. Da in Notfällen der Zugang auch für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr nicht mehr gewährleistet ist, hofft man auf die Hilfe der Stadt Löningen, um hier ein Parkverbot zu erreichen.
Da die betroffenen Uferbereiche schon in der Planfeststellung als Schutzbereich ausgewiesen sind, wird der FV Löningen in Kürze eine zusätzliche Beschilderung anbringen, die auf das Betretungsverbot hinweist. Außerdem wird man versuchen, zusammen mit der Polizei Löningen die unliebsamen Zustände abzustellen. Sollten sich die Verhältnisse nicht bessern, hat der Vereinsvorstand beschlossen, vom Mittel der polizeilichen Anzeige Gebrauch zu machen.




 

Hintergrund

„Merschsee“ Hintergrund

Seit dem Winter 1996/97 wird in der Münzebrocks Mersch, an der südlichen Stadtgrenze Löningens gelegen, Sand gewonnen. Die endgültige Menge beläuft sich auf knapp 2 Mio. Kubikmeter. Die gesamte Planungsfläche beträgt 27 Hektar, auf 16 Hektar wird durch Schwimmbagger Sand abgebaut. Diese Fläche wird etwa der zukünftigen Fläche des Sees entsprechen. Die Tiefe des Sees beträgt in Teilbereichen bis zu 30 Metern. Wann der Sandabbau abgeschlossen ist, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschätzen. Die Fertigstellung wird aber keinesfalls vor 2020 beendet sein.
Der nördliche und nordöstliche Bereich, der bereits fertig gestellt wurde, ist als Schutzbereich ausgewiesen. Er ist durch eine entsprechende Abzäunung kenntlich gemacht. In Zukunft wird eine Bojenkette im Gewässer diesen Bereich markieren.
Im südlichen Bereich, nach Angelbeck gelegen, wird zurzeit noch Sand gewonnen. Hier soll zukünftig eine Freizeitnutzung stattfinden. Dafür wurde im März 2010 vom Rasteder Planungsbüro Diekmann & Mosebach eine „Ideen-Skizze“ vorgelegt(MT berichtete). Danach sehen sich die Stadt und die Planer bei der Folgenutzung des Sandabbaugebietes erst „ganz am Anfang".




 
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