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AALBESATZ

MT-Bericht im Juni 2012(Rudolf Thomann):

"Dem Aal steht das Wasser bis zum Hals"

- Fischereivereine stützen gefährdeten Fischbestand durch Besatzaktionen -


"Dem Aal steht das Wasser bis zum Hals." Auf diesen Nenner lässt sich zurzeit die Entwicklung der Aalbestände in den heimischen Gewässern bringen. Obwohl die Menschen längst Tiere klonen, zum Mond fliegen und zu unglaublichen Erkenntnissen in der Biologie und Medizin gelangt sind, ist es bis heute noch keinem Forscher gelungen, Aale erfolgreich zu züchten. Wie schon 2011 wurde deshalb auch in diesem Jahr wieder von der EU und dem Land Niedersachsen ein Programm zur Förderung des Aalbesatzes aufgelegt.

Schon seit Jahren schwindet der Aalbestand dramatisch. Für den Rückgang der Aalbestände auch im Einzugsgebiet von Ems und Hase gibt es verschiedene Ursachen: der langjährige Export von Glasaalen als Delikatesse nach Asien, natürliche Feinde wie den Kormoran, eingeschleppte Parasiten sowie Wasserkraftwerke, die den Wanderfischen den Weg vom Meer in die Binnengewässer versperren. Bereits 2009 ist der Aal deshalb auf die sogenannte CITES-Liste gesetzt worden, die den internationalen Handel mit gefährdeten Arten regelt. Mittlerweile erreicht nur noch eine Menge an Glasaalen die europäischen Gewässer, die etwa 3 bis 5 Prozent der Jungfischanzahl entspricht, die vor 40 Jahren gezählt wurde.
Jahrelang hatten Angler und deren Verbände immer wieder auf das Problem hingewiesen und verstärkt Besatzmaßnahmen durchgeführt, die komplett aus eigenen Mitteln bezahlt wurden. Auch die Politik hat mittlerweile anerkannt, dass die Angler den Gewässern zwar Aale entnehmen, der jährliche Besatz die Nutzung aber bei weitem aufwiegt. Erstmals gab es 2011 ein Förderprogramm durch die EU und das Land Niedersachsen, das nun im Jahr 2012 wiederholt wird. Danach werden 60 Prozent der Gesamtkosten für den Aalbesatz bezuschusst. Die Fischereivereine müssen dabei den Besatz kofinanzieren und ihn dabei um mindestens 50 Prozent erhöhen. In diesem Jahr kostet das die Fischereivereine, die dem Landesfischereiverband Weser-Ems angehören, insgesamt 171000 Euro. Die Mitgliedsvereine der FUG(Fischerei- und Gewässerschutzvereinigung) von Essen bis Lehrte bei Meppen wenden für den Aalbesatz in diesem Jahr fast 14000 Euro auf, davon allein der Fischereiverein Löningen über 5000 Euro, was etwa 15000 Jungaalen mit einem Stückgewicht von fünf Gramm entspricht.
Diese zusätzliche Stützungsmaßnahme wurde überregional organisiert durch Bodo Zaudtke, Gewässerwart des Landesfischereiverbands Weser-Ems, und dem Verbands-Fischereibiologen Dr. Jens Salva. Erstmals begleitete Dr. Markus Diekmann als Vertreter des Fischereikundlichen Dienstes am Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit(LAVES) die Besatzmaßnahmen vor Ort.
Auch in diesem Jahr wurden die Jungaale von der Firma Albe in Meppen-Hüntel geliefert. Die jungen Aale, wegen ihrer Durchsichtigkeit Glasaale genannt, werden im Februar vor der französischen Küste gefangen und unter kontrollierten Bedingungen vorgezogen. Bei optimalem Futter und ohne Fressfeinde erreichen auf diese Weise die Jungtiere viel schneller und in deutlich größerer Zahl das angestrebte Gewicht von fünf Gramm, als es in natürlichen Gewässern möglich wäre.


Fakten:

Der Aal, so viel weiß man, paart sich nur an einem Ort, rund 7000 Kilometer vor den Küsten Europas im subtropischen Westatlantik, in der Sargassosee. Sie ist etwa so groß wie das Mittelmeer und über 5000 Meter tief. Sicher ist, dass bis heute keine künstliche Vermehrung des Aals geglückt ist. Es ist zwar schon gelungen, Aale künstlich zu befruchten, sie zur Eiablage zu bringen und Larven zu züchten. Aber diese verweigerten die Nahrungsaufnahme und starben nach einigen Tagen. Dieses Rätsel wurde trotz großer Anstrengungen bis heute nicht gelöst.
Niemals wurde im offenen Meer ein einziges Ei eines Aals gefunden. Viele weitere Rätsel sind offen. Niemand weiß, was den Aal zur Fortpflanzung stimuliert: welche Wassertiefe, Temperatur, welche Licht- und Futterverhältnisse.
Wenn die jungen Aale an die europäischen Küsten gelangen, haben sie einen weiten Weg hinter sich: Von der Sargassosee vor der Küste von Florida driften sie als "Weidenblattlarven" bis zu drei Jahre lang mit dem Golfstrom ostwärts. Nach dem Aufstieg in Flüsse und Seen wachsen sie in acht bis zwölf Jahren zu geschlechtsreifen Blankaalen heran und kehren in ihre Kinderstube in der Sargassosee zurück, um dort zu laichen und damit den Fortbestand der Art sichern.






 
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