Sie sind hier: News 2013 Künstliche Eisvogelbrutwände am Merschsee  
 2013
Fischbesatz
Gewässerpflege
Raubfischangeln
Künstliche Eisvogelbrutwände am Merschsee
Damenangeln
Sommerangeln der Jugendgruppe
Welsfänge
Newsletter
Merschsee
Nachtangeln
Aalbesatz
Generalversammlung
Baumaktion Elberger See
Aufräumaktion der Jugendgruppe
 NEWS
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010

KÜNSTLICHE EISVOGELWÄNDE AM MERSCHSEE

Pressebericht im September 2013(Rudolf Thomann)

Im Einsatz für den fliegenden Edelstein

- Banken helfen Anglern beim Bau von Eisvogelbruthilfen -

Der Eisvogel, Vogel des Jahres 2009, ist das Markenzeichen des Fischereivereins Löningen, der auch die Startseite des Internetauftritts des Vereins ziert. Mittlerweile ist es die dritte Bruthilfe, die der Verein für seinen Charaktervogel geschaffen hat. Nach einem Biotop an der Hase und an seinem vereinseigenen Teich in Ehren wurden jetzt am neuen See in der Münzebrocks Mersch zwei künstliche Brutwände aufgebaut. Damit setzen die Löninger Angler ihre Maßnahmen zum Eisvogelschutz fort. Diese Umweltmaßnahme wurde durch die finanzielle Beteiligung der Volksbank Löningen und der Landessparkasse zu Oldenburg ermöglicht
Seit 2011 besitzt der Fischereiverein Löningen am Merschsee ein Befischungsrecht, das aber bis 2014 ausgesetzt wurde.

Der Eisvogel kommt an der Hase und ihren Nebengewässern noch regelmäßig vor. „Wir möchten der Natur unter die Arme greifen und dem Eisvogel mehr Brutmöglichkeiten verschaffen“, so Rudolf Thomann, der Vorsitzende des Fischereivereins Löningen. „Natürliche Brutstellen für Eisvögel sind in der Natur leider nur noch viel zu selten zu finden. Dieser neue See mit seinem sauberen, glasklaren Wasser und den vielen Kleinfischen müsste dem Eisvogel ein gutes Nahrungsrevier bieten.“
Die Vögel benötigen Steilwände an Uferkanten zum Brüten, in die sie sich bis zu einem Meter tiefe Röhren und an deren Ende eine Bruthöhle graben, die sie vor Feinden - wie beispielsweise Mardern und Ratten - schützen. Allerdings sind solche Uferwände, meist durch Flussbegradigungen, in unserer Region sehr rar geworden. Die von den Löninger Anglern bisher eingesetzten Bruthilfen bestanden aus Kunströhren aus Holzbeton, die in durch Bauarbeiten entstandene Steilwände eingelassen wurden. Bei dieser Aktion wurden nun an weiter entfernten Standorten im Uferbereich zwei künstliche Steilwände mit jeweils zwei Brutröhren erstellt. Durch in Kürze erfolgende Baggerarbeiten zur Erstellung von Flachzonen werden diese Kunstwände in den Sandaushub integriert, so dass sie sich schon nach einigen Jahren den natürlichen Gegebenheiten angepasst haben werden. Zugleich entstehen durch die Erdarbeiten zwei kleine Inseln, so dass ein Zutritt zu den Brutstätten nicht möglich ist.
Der scheue Eisvogel benötigt neben ungestörten Brutplätzen auch Plätze, um erfolgreich fischen zu können. Von einer Ansitzwarte stößt er pfeilschnell ins Wasser und erbeutet vor allem kleinere Fische, die hier reichlich vorhanden sind. Schon im letzten Winter wurden im Uferbereich abgesägte Bäume ins Wasser als Totholz eingebracht, die dem Eisvogel ideale Ansitzmöglichkeiten für seine Jagd auf seine Beute bieten. Diese Maßnahme wollen die Löninger Angler im Winter 2013/2014 sogar noch einmal wiederholen. „Ob der Eisvogel in absehbarer Zeit die Brutstätten annimmt, lässt sich nicht vorhersagen. Wir können ihm lediglich die möglichst idealen Voraussetzungen dafür bieten“, so der Vorsitzende Rudolf Thomann. „Da er jedoch am See schon mehrfach bei der Nahrungssuche gesehen wurde, ist zumindest die Wahrscheinlichkeit gegeben.“

Fakten:

Die prächtige Färbung macht den etwa spatzengroßen Eisvogel unverwechselbar. Seine Blautöne im Rücken- und Kopfgefieder kontrastieren eindrucksvoll zum rostroten Bauchgefieder.
Die Bestände des Eisvogels gingen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts durch Lebensraumverlust europaweit deutlich zurück und haben sich erst seit den 1970er Jahren auf niedrigem Niveau stabilisiert, nachdem verschiedene Umweltverbesserungen und auch gezielte Schutzmaßnahmen wie die Errichtung von Eisvogel-Brutwänden die Situation verbessert haben. Auch wenn viele Menschen noch nie einen Eisvogel gesehen haben, kommt er an den Gewässern unserer Region noch relativ häufig vor. Starke Winter verursachen allerdings immer wieder große Verluste; die Sterblichkeitsrate kann dann bei über 80 Prozent liegen.
Die Natur hilft sich hier aber selbst: Um die hohen Verluste ausgleichen zu können, überlappen sich bei Eisvögeln oft die Bruten – man spricht hier von Schachtelbruten. Noch bevor die Jungvögel der vorhergehenden Brut flügge sind, legt das Weibchen in einer zweiten Brutröhre Eier und beginnt diese zu bebrüten, während das Männchen die Nestlinge aus der vorherigen Brut füttert. Da es jetzt allein für die Jungvögel die Nahrung heranschaffen muss, bedeutet das allerdings: Fischen im Akkord!
Auf diese Weise können drei statt zwei Jahresbruten durchgeführt werden und Verluste nach besonders harten und verlustreichen Wintern besser ausgeglichen werden.


Umfangreiche Informationen zum Eisvogel gibt es
>> hier<< [3.805 KB] .




 

Aufbau der Eisvogelbrutwände




Druckbare Version