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VORTRAG ZUM AAL
 

Glasaale zu Besuch beim Löninger Bildungsfrühstück

-Verbandsgewässerwart und Fischereibiologe vermittelten Erstaunliches zum Aal-


"Dem Aal steht das Wasser bis zum Hals." Auf diesen Nenner lässt sich zurzeit die Entwicklung der Aalbestände in den heimischen Gewässern bringen. Obwohl die Menschen längst Tiere klonen, zum Mond fliegen und zu unglaublichen Erkenntnissen in der Biologie und Medizin gelangt sind, ist es bis heute noch keinem Forscher gelungen, Aale erfolgreich zu züchten.

Erstaunliche Fakten zu diesem rätselhaften und als Speisefisch überaus begehrten heimischen Fisch konnten die beiden Fachleute vom Landesfischereiverband Weser-Ems, der Verbandsgewässerwart Bodo Zaudtke und der Fischereibiologe Dr. Jens Salva, beim Löninger Bildungsfrühstück, einem beliebten Treffpunkt für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, berichten. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch die von Rudolf Thomann zusammengestellte Fotopräsentation „Löninger Fotoimpressionen“, die vor allem die Löninger Gewässer vorstellte.

Schon seit Jahren schwinde der Aalbestand dramatisch, berichtete Dr. Jens Salva in seinen Ausführungen. Umfangreiche Untersuchungen zeigten einen dramatischen Einbruch der Aalbestände. Für den Rückgang der Aalbestände, auch im Einzugsgebiet von Ems und Hase, gebe es verschiedene Ursachen: den langjährigen Export von Glasaalen als Delikatesse nach Asien, natürliche Feinde wie den Kormoran, die fehlende Durchgängigkeit vieler Fließgewässer sowie Wasserkraftwerke, die den Wanderfischen nicht nur den Weg versperren, sondern vielfach in den Turbinen töten oder schwer verletzen.
Jahrelang hätten Angler und deren Verbände immer wieder auf die Probleme hingewiesen und verstärkt Besatzmaßnahmen durchgeführt, die komplett aus eigenen Mitteln bezahlt wurden. Vor allem durch den Export nach China sei der Preis von Glasaalen bis auf 1000 €/kg gestiegen. Auf Unverständnis der Teilnehmer stieß die Tatsache, dass die Berufsfischer zwar Aale fangen und vermarkten, aber keinen Besatz tätigen. Spät habe die Politik mittlerweile erkannt, dass es höchste Zeit sei, den Aalbestand zu stützen. Erstmals gebe es seit 2011 ein Förderprogramm für den Aalbesatz durch die EU und das Land Niedersachsen; zugleich sei der Export der Glasaale nach Fernost unterbunden worden.
Anschaulich verdeutlichten Bodo Zaudtke und Dr. Jens Salva den einzigartigen Fortpflanzungszyklus des Aals. Vielen Zuhörern war bisher nicht bekannt, dass bis heute keine künstliche Vermehrung und Zucht des Aals geglückt ist, sondern ausnahmslos jeder Aal in einem Gebiet rund 7000 Kilometer vor den Küsten Europas im subtropischen Westatlantik geschlüpft ist, in der über 5000 Meter tiefen Sargassosee. Wenn die jungen Aale an die europäischen Küsten gelangen, haben sie also schon einen drei Jahre langen Weg hinter sich. Umgekehrt legen die geschlechtsreifen Aale, die Blankaale, denselben Weg in ihr Laichgebiet zurück.
Bodo Zaudtke schilderte den Aufbau und die Funktion einer Glasaalfangstation am Beispiel Herbrum an der Ems. Um 1960 sei der Aufstieg der Glasaale mit über 6000 Kilogramm so groß gewesen, dass sie manchmal als Schweinefutter verwertet wurden. Ab 1981 gingen die Glasaalfänge zunehmend bis unter 10 Kilogramm zurück. Nach diesen Ausführungen stießen einige von ihm mitgebrachte Glasaale natürlich auf besonderes Interesse; kaum ein Teilnehmer hatte je so kleine Aale gesehen.
Zum Schluss hatten die Referenten für den Teilnehmerkreis eine gelungene Überraschung parat: Räucheraal auf Schwarzbrot bildete nach dem informativen Vortrag eine besondere Delikatesse.




 
Dr. Jens Salva erläuterte die Untersuchungsergebnisse zum Aalrückgang
Bodo Zaudtke stellte die Aalfangstation Herbrum vor
Besonderes Interesse weckten die „Babyaale“
Eine nicht alltägliche Delikatesse: Räucheraal auf Schwarzbrot



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