Sie sind hier: Projekte/Aktionen ab 2011 Merschsee September 2013: Eisvogelbrutwände am Merschsee  
 AB 2011 MERSCHSEE
2015 Fangbeschränkung für den Merschsee
2015 Fischbrut im Merschsee
2015 Uferschwalben am Merschsee
Januar: 2015: Totholzaktion am Merschsee
November 2014: Weg zum See fertiggestellt
Oktober 2014: Eisvogel am Merschsee
April 2014: Parkfläche
Februar 2014: Laichhilfen
September 2013: Flachzonen
September 2013: Eisvogelbrutwände am Merschsee
Juli 2013: Vorbereitende Arbeiten
Dezember 2012: Baumaktion Merschsee
September 2011: Pflanzaktion am Merschsee
Juli 2011: Neues Pachtgewässer- Merschsee
 PROJEKTE/AKTIONEN
2018: Bienenfreundliche Pflanzung
2018: Weihnachtsbäume als Laichhilfen
2017: Aalkorbkontrolle
2016: Hasetreffen mit MdL Renate Geuter
2016: Böschungsarbeiten Elberger See
2016 "Trockenangeln" in der Hase
2016: Arbeiten an Laichzone Altarm Bunnen
2014: Uferbefestigung Elberger See
Schutz des Europäischen Aals
2012 Vorstandssitzung in der Hase
ab 2011 Merschsee
2010: Natur sportlich erleben
2009: Haseauen - Erlebnispfad
Wohltätigkeitsangeln
2010: Infoabend zum Wels

KÜNSTLICHE EISVOGELWÄNDE AM MERSCHSEE

Pressebericht im September 2013(Rudolf Thomann)

Im Einsatz für den fliegenden Edelstein

- Banken helfen Anglern beim Bau von Eisvogelbruthilfen -

Der Eisvogel, Vogel des Jahres 2009, ist das Markenzeichen des Fischereivereins Löningen, der auch die Startseite des Internetauftritts des Vereins ziert. Mittlerweile ist es die dritte Bruthilfe, die der Verein für seinen Charaktervogel geschaffen hat. Nach einem Biotop an der Hase und an seinem vereinseigenen Teich in Ehren wurden jetzt am neuen See in der Münzebrocks Mersch zwei künstliche Brutwände aufgebaut. Damit setzen die Löninger Angler ihre Maßnahmen zum Eisvogelschutz fort. Diese Umweltmaßnahme wurde durch die finanzielle Beteiligung der Volksbank Löningen und der Landessparkasse zu Oldenburg ermöglicht
Seit 2011 besitzt der Fischereiverein Löningen am Merschsee ein Befischungsrecht, das aber bis 2014 ausgesetzt wurde.

Der Eisvogel kommt an der Hase und ihren Nebengewässern noch regelmäßig vor. „Wir möchten der Natur unter die Arme greifen und dem Eisvogel mehr Brutmöglichkeiten verschaffen“, so Rudolf Thomann, der Vorsitzende des Fischereivereins Löningen. „Natürliche Brutstellen für Eisvögel sind in der Natur leider nur noch viel zu selten zu finden. Dieser neue See mit seinem sauberen, glasklaren Wasser und den vielen Kleinfischen müsste dem Eisvogel ein gutes Nahrungsrevier bieten.“
Die Vögel benötigen Steilwände an Uferkanten zum Brüten, in die sie sich bis zu einem Meter tiefe Röhren und an deren Ende eine Bruthöhle graben, die sie vor Feinden - wie beispielsweise Mardern und Ratten - schützen. Allerdings sind solche Uferwände, meist durch Flussbegradigungen, in unserer Region sehr rar geworden. Die von den Löninger Anglern bisher eingesetzten Bruthilfen bestanden aus Kunströhren aus Holzbeton, die in durch Bauarbeiten entstandene Steilwände eingelassen wurden. Bei dieser Aktion wurden nun an weiter entfernten Standorten im Uferbereich zwei künstliche Steilwände mit jeweils zwei Brutröhren erstellt. Durch in Kürze erfolgende Baggerarbeiten zur Erstellung von Flachzonen werden diese Kunstwände in den Sandaushub integriert, so dass sie sich schon nach einigen Jahren den natürlichen Gegebenheiten angepasst haben werden. Zugleich entstehen durch die Erdarbeiten zwei kleine Inseln, so dass ein Zutritt zu den Brutstätten nicht möglich ist.
Der scheue Eisvogel benötigt neben ungestörten Brutplätzen auch Plätze, um erfolgreich fischen zu können. Von einer Ansitzwarte stößt er pfeilschnell ins Wasser und erbeutet vor allem kleinere Fische, die hier reichlich vorhanden sind. Schon im letzten Winter wurden im Uferbereich abgesägte Bäume ins Wasser als Totholz eingebracht, die dem Eisvogel ideale Ansitzmöglichkeiten für seine Jagd auf seine Beute bieten. Diese Maßnahme wollen die Löninger Angler im Winter 2013/2014 sogar noch einmal wiederholen. „Ob der Eisvogel in absehbarer Zeit die Brutstätten annimmt, lässt sich nicht vorhersagen. Wir können ihm lediglich die möglichst idealen Voraussetzungen dafür bieten“, so der Vorsitzende Rudolf Thomann. „Da er jedoch am See schon mehrfach bei der Nahrungssuche gesehen wurde, ist zumindest die Wahrscheinlichkeit gegeben.“

Fakten:

Die prächtige Färbung macht den etwa spatzengroßen Eisvogel unverwechselbar. Seine Blautöne im Rücken- und Kopfgefieder kontrastieren eindrucksvoll zum rostroten Bauchgefieder.
Die Bestände des Eisvogels gingen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts durch Lebensraumverlust europaweit deutlich zurück und haben sich erst seit den 1970er Jahren auf niedrigem Niveau stabilisiert, nachdem verschiedene Umweltverbesserungen und auch gezielte Schutzmaßnahmen wie die Errichtung von Eisvogel-Brutwänden die Situation verbessert haben. Auch wenn viele Menschen noch nie einen Eisvogel gesehen haben, kommt er an den Gewässern unserer Region noch relativ häufig vor. Starke Winter verursachen allerdings immer wieder große Verluste; die Sterblichkeitsrate kann dann bei über 80 Prozent liegen.
Die Natur hilft sich hier aber selbst: Um die hohen Verluste ausgleichen zu können, überlappen sich bei Eisvögeln oft die Bruten – man spricht hier von Schachtelbruten. Noch bevor die Jungvögel der vorhergehenden Brut flügge sind, legt das Weibchen in einer zweiten Brutröhre Eier und beginnt diese zu bebrüten, während das Männchen die Nestlinge aus der vorherigen Brut füttert. Da es jetzt allein für die Jungvögel die Nahrung heranschaffen muss, bedeutet das allerdings: Fischen im Akkord!
Auf diese Weise können drei statt zwei Jahresbruten durchgeführt werden und Verluste nach besonders harten und verlustreichen Wintern besser ausgeglichen werden.


Umfangreiche Informationen zum Eisvogel gibt es
>> hier<< [3.805 KB] .




 

Aufbau der Eisvogelbrutwände




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